Räume und neue Wagen für die Wehr
Königsbrunn weiht Feuerwehrhaus ein
Königsbrunn l SZ l Der Um- und
Ausbau des Feuerwehrhauses von Königsbrunn ist
abgeschlossen. Dort konnte die Wehr bei einer
Einweihungsfeier auch gleich zwei neue Fahrzeuge
unterbringen. Darunter einen Spezialwagen, welcher für
technische Hilfeleistungen ausgerüstet ist, aber auch
zur schnellen ersten Löscharbeit dient. Bei Unfällen und
anderen technischen Notlagen ist die Freiwillige
Feuerwehr besonders gefragt, stellte Kommandant Rainer
Schmid fest. Die Stadt Königsbrunn stellt der Wehr auch
eine modernisierte Einsatzzentrale sowie neue Schulungs-
und Aufenthaltsräume zur Verfügung.
Wehr ist gerüstet, um für alle durchs Feuer zu gehen
Von Jan Michael König

Die Macht der Naturgewalten bekamen die
Festgäste bei der Einweihung des modernisierten
Feuerwehrhauses von Königsbrunn und zweier neuer
Fahrzeuge gleich mehrfach vorgeführt. Blitz, Donner und
Regenguss begleiteten den Festakt. Größere Einsätze
wurden durch das schlechte Wetter vorerst aber nicht
ausgelöst.
Bürgermeister
Ludwig Fröhlich sprach in seiner Festrede vor allem
seinen Dank an die etwa 140 anwesenden Feuerwehrleute
aus, schließlich gingen diese für andere "sprichwörtlich
durchs Feuer". Deshalb sei die Gebäudeerweiterung
"längst überfällig", denn: "Die Einsätze mehren sich -
leider."
Der Stadtrat hat die entsprechenden Mittel für die
Neuanschaffungen bewilligt. Allein die Baukosten für die
neuen Feuerwehr-Räume betrugen 99 000 Euro. Insgesamt
wurden für die Aufrüstung der Wehr im Stadthaushalt 2008
rund 620 000 Euro bereitgestellt. Im Anschluss
überreichte der Bürgermeister an Rainer Schmid, den
Kommandanten der Feuerwehr, symbolisch die Schlüssel.
Der evangelische Dekan Volker Haug stellte bei der
kirchlichen Segnung die Frage in den Raum: "Braucht die
Feuerwehr die Kirche?" Er erinnerte an den Wahlspruch
"Gott zur Ehr¿, den Menschen zur Wehr" und setzte die
Arbeit der Feuerwehr in Verbindung mit dem Gleichnis des
Barmherzigen Samariters, der sich als einziger selbstlos
um einen Verletzten am Straßenrand kümmert. Sein Fazit:
"Egal, aus welcher Überzeugung heraus Sie das tun,
leisten Sie ein praktisches Beispiel des
Samariter-Dienstes."
Der katholische Pfarrer Bernd Weidner unterschied "guten
Rauch" und "schlechten Rauch", den die Feuerwehr zu
bekämpfen habe. Der "gute Rauch" hingegen, nämlich der
Weihrauch zur Segnung, sei ein Symbol für Gottes
Gegenwart in dieser Welt. Während der Worte der beiden
Geistlichen zuckten im Hintergrund schon Blitze und es
schien fast als wollten sie all dem Nachdruck verleihen.
Ob Zufall oder nicht, der Regen setzte erst nach der
Weihung ein - sozusagen als "Weihwasser von ganz oben" -
und der Rest der Veranstaltung wurde in der neuen
Fahrzeughalle abgehalten.
Dort erklärte Kommandant Rainer Schmid unter anderem die
Besonderheiten der neuen Fahrzeuge. So sei das kleinere
Fahrzeug, das schon seit etwa drei Monaten benutzt
werde, für die mobile Einsatzleitung vorgesehen.
Hingegen sei der große "HLF 20/16", der tatsächlich erst
jetzt seinen Dienst antreten werde, vor allem für
technische Hilfeleistung perfekt ausgerüstet. Ein
solches Spezialfahrzeug sei aus der Arbeit der Feuerwehr
nicht mehr wegzudenken, denn "wir sind weg von dem
VW-Käfer, den man mit dem Dosenöffner aufmachen kann",
bemerkte er mit einem Blick auf die heutigen großen
Autos im Straßenverkehr. Rainer Schmid erklärte weiter,
dass das neue Gebäude von der Freiwilligen Feuerwehr vor
allem für Schulungen und Gemeinschaftsabende genutzt
werde - neben der neu gebauten Zentrale für die
Einsatzleitung.
Zur Gemeinschaftspflege bot das Haus den Festgästen
gleich ein schützendes Dach. Und an der ersten
Löschaktion, die zum Glück nur dem Durst galt,
beteiligten sich alle gerne, während sich zwei
Regenbogen über den Horizont spannten.
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