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 Wehr ist gerüstet,

um für alle durchs Feuer zu gehen

Zeitungsartikel

Augsburger Allgemeine 14.07.2008

Räume und neue Wagen für die Wehr

Königsbrunn weiht Feuerwehrhaus ein

Königsbrunn l SZ l Der Um- und Ausbau des Feuerwehrhauses von Königsbrunn ist abgeschlossen. Dort konnte die Wehr bei einer Einweihungsfeier auch gleich zwei neue Fahrzeuge unterbringen. Darunter einen Spezialwagen, welcher für technische Hilfeleistungen ausgerüstet ist, aber auch zur schnellen ersten Löscharbeit dient. Bei Unfällen und anderen technischen Notlagen ist die Freiwillige Feuerwehr besonders gefragt, stellte Kommandant Rainer Schmid fest. Die Stadt Königsbrunn stellt der Wehr auch eine modernisierte Einsatzzentrale sowie neue Schulungs- und Aufenthaltsräume zur Verfügung.

 

Wehr ist gerüstet, um für alle durchs Feuer zu gehen

Von Jan Michael König



 

Die Macht der Naturgewalten bekamen die Festgäste bei der Einweihung des modernisierten Feuerwehrhauses von Königsbrunn und zweier neuer Fahrzeuge gleich mehrfach vorgeführt. Blitz, Donner und Regenguss begleiteten den Festakt. Größere Einsätze wurden durch das schlechte Wetter vorerst aber nicht ausgelöst.

 

Bürgermeister Ludwig Fröhlich sprach in seiner Festrede vor allem seinen Dank an die etwa 140 anwesenden Feuerwehrleute aus, schließlich gingen diese für andere "sprichwörtlich durchs Feuer". Deshalb sei die Gebäudeerweiterung "längst überfällig", denn: "Die Einsätze mehren sich - leider."

Der Stadtrat hat die entsprechenden Mittel für die Neuanschaffungen bewilligt. Allein die Baukosten für die neuen Feuerwehr-Räume betrugen 99 000 Euro. Insgesamt wurden für die Aufrüstung der Wehr im Stadthaushalt 2008 rund 620 000 Euro bereitgestellt. Im Anschluss überreichte der Bürgermeister an Rainer Schmid, den Kommandanten der Feuerwehr, symbolisch die Schlüssel.

Der evangelische Dekan Volker Haug stellte bei der kirchlichen Segnung die Frage in den Raum: "Braucht die Feuerwehr die Kirche?" Er erinnerte an den Wahlspruch "Gott zur Ehr¿, den Menschen zur Wehr" und setzte die Arbeit der Feuerwehr in Verbindung mit dem Gleichnis des Barmherzigen Samariters, der sich als einziger selbstlos um einen Verletzten am Straßenrand kümmert. Sein Fazit: "Egal, aus welcher Überzeugung heraus Sie das tun, leisten Sie ein praktisches Beispiel des Samariter-Dienstes."

Der katholische Pfarrer Bernd Weidner unterschied "guten Rauch" und "schlechten Rauch", den die Feuerwehr zu bekämpfen habe. Der "gute Rauch" hingegen, nämlich der Weihrauch zur Segnung, sei ein Symbol für Gottes Gegenwart in dieser Welt. Während der Worte der beiden Geistlichen zuckten im Hintergrund schon Blitze und es schien fast als wollten sie all dem Nachdruck verleihen. Ob Zufall oder nicht, der Regen setzte erst nach der Weihung ein - sozusagen als "Weihwasser von ganz oben" - und der Rest der Veranstaltung wurde in der neuen Fahrzeughalle abgehalten.

Dort erklärte Kommandant Rainer Schmid unter anderem die Besonderheiten der neuen Fahrzeuge. So sei das kleinere Fahrzeug, das schon seit etwa drei Monaten benutzt werde, für die mobile Einsatzleitung vorgesehen.

Hingegen sei der große "HLF 20/16", der tatsächlich erst jetzt seinen Dienst antreten werde, vor allem für technische Hilfeleistung perfekt ausgerüstet. Ein solches Spezialfahrzeug sei aus der Arbeit der Feuerwehr nicht mehr wegzudenken, denn "wir sind weg von dem VW-Käfer, den man mit dem Dosenöffner aufmachen kann", bemerkte er mit einem Blick auf die heutigen großen Autos im Straßenverkehr. Rainer Schmid erklärte weiter, dass das neue Gebäude von der Freiwilligen Feuerwehr vor allem für Schulungen und Gemeinschaftsabende genutzt werde - neben der neu gebauten Zentrale für die Einsatzleitung.

Zur Gemeinschaftspflege bot das Haus den Festgästen gleich ein schützendes Dach. Und an der ersten Löschaktion, die zum Glück nur dem Durst galt, beteiligten sich alle gerne, während sich zwei Regenbogen über den Horizont spannten.