Absage: Feuerwehr ist sauer 

Hochwasser-Einsatz in Dessau zum zweiten Mal kurzfristig abgeblasen 

Königsbrunn/Landkreis (has). 22.08.2002 

Die Tanks der drei Fahrzeuge waren voll, der Anhänger mit Feldbetten und anderen

Ausrüstungsgegenständen beladen, das Essen für die Helfer vorbereitet: 20 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Königsbrunn wollten helfen, durften aber nicht. Am späten Dienstagabend wurde der geplante Einsatz im Hochwassergebiet bei Dessau wieder abgeblasen - zum zweiten Mal. „Das ist ärgerlich - für jeden“, so der Kommandant der Königsbrunner Feuerwehr Manfred König. Ärgerlich ist auch Kreisbrandrat Georg Anzenhofer: „Das kann es doch nicht sein.“

Alles war am Dienstagabend in Königsbrunn für den Einsatz in Dessau vorbereitet, doch dann kam der Anruf aus dem Landratsamt Augsburg: Alles abgeblasen. „Wir hätten sofort abrücken können“, so Kommandant Manfred König. Aber: Zum zweiten Mal musste er seinen engagierten Helfern erklären, dass ihr Einsatz im Hochwassergebiet nicht mehr gewünscht ist. Bereits am Samstag hatte er innerhalb einer Stunde - nach dem Anruf aus dem Landratsamt - 20 Mann organisiert, die helfen wollten.

Man habe auch schon eine Ablöse für die kommenden Tage zusammengestellt. „Wenn dann alles abgeblasen wird, ist das absolut ärgerlich“, so Manfred König weiter. Schließlich gehe jeder Mann der Freiwilligen Feuerwehr auch zur Arbeit und müsse den Arbeitgeber zuerst fragen, ob er in den Einsatz fahren dürfe. Und auch mit der Familie müsse man doch alles abklären.

Wie gestern berichtet, mussten zahlreiche bayerische Feuerwehren vor Ort ihre Einsätze bei der Bewältigung der Flutkatastrophe abbrechen, weil sie laut den Innenministerien von Sachsen-Anhalt und Sachsen „nicht mehr benötigt“ würden.

Die - dann doch abgeblasenen - Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren aus Königsbrunn, Neusäß und Dinkelscherben organisiert und koordiniert hatte der Kreisbrandrat Georg Anzenhofer, der in diesem Fall auch für die schwabenweite Koordination zuständig war. Das ganze Wochenende über war er damit beschäftigt. Anzenhofer: „Es tut mir für die hilfsbereiten und hoch motivierten Feuerwehrmänner leid.“ Schließlich sei es gelungen, mehr als 460 Helfer zusammenzubringen.

Er selbst sei von der Regierung von Schwaben informiert worden, dass ein Ausrücken der drei Feuerwehren aus dem Landkreis in die Hochwasserregion nicht notwendig sei. Die Regierung selbst reagierte auf eine Anweisung aus München, dem Innenministerium, das aus „irgendwelchen, unerklärlichen Gründen“ die Einsatzanforderung wieder rückgängig machte. Auch Anzenhofer wusste gestern nicht genau warum. „Zuerst hieß es losfahren, dann wieder nicht - das kann es doch nicht sein“, so Georg Anzenhofer. Mittlerweile habe das Lagezentrum in München bekannt gegeben, dass überhaupt kein Einsatz mehr folgen soll.

Alles war zur Hilfe im Hochwassergebiet vorbereitet 

Landkreis Augsburg (lig/has). 22.08.2002

Sauer sind viele freiwillige Feuerwehrleute im Landkreis Augsburg. Der Grund: Seit Samstag hatte Kreisbrandrat Georg Anzenhofer einen möglichen Hilfseinsatz für das Hochwassergebiet in den neuen Bundesländern vorbereitet. So waren Freiwillige der Wehren aus Neusäß, Dinkelscherben und Königsbrunn am Dienstag schon zum zweiten Mal bereit zum Start, bevor am Abend die für Mittwoch früh um 9 Uhr angesetzte Abfahrt kurzfristig abgesagt wurde.

Die - dann doch abgeblasenen - Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren aus Königsbrunn, Neusäß und Dinkelscherben organisiert und koordiniert hatte der Kreisbrandrat Georg Anzenhofer, der in diesem Fall auch für die schwabenweite Koordination zuständig war. Das ganze Wochenende über war er damit beschäftigt. Anzenhofer: „Es tut mir für die hilfsbereiten und hoch motivierten Feuerwehrmänner leid.“ Schließlich sei es gelungen, mehr als 460 Helfer zusammenzubringen. „Das ging nur durch die hervorragende Unterstützung meiner Kollegen in ganz Schwaben“, lobte der Kreisbrandrat.

Er selbst sei von der Regierung von Schwaben informiert worden, dass ein Ausrücken der drei Feuerwehren aus dem Landkreis in die Hochwasserregion nicht notwendig sei. Die Regierung selbst reagierte auf eine Anweisung aus München, dem Innenministerium, das aus „irgendwelchen, unerklärlichen Gründen“ die Einsatzanforderung wieder rückgängig machte. Auch Anzenhofer wusste gestern nicht genau warum. „Zuerst hieß es losfahren, dann wieder nicht“ - „das kann es doch nicht sein“, so Georg Anzenhofer. Mittlerweile habe das Lagezentrum in München bekannt gegeben, dass überhaupt kein Einsatz mehr folgen soll.

„Die Verantwortlichen in den Krisengebieten hätten sich schon vorher überlegen sollen, ob zuerst Helfer in Bereitschaft gesetzt werden und das ganze dann kurzfristig abgeblasen wird“, meinte auch Claus Conradi von der Neusässer Feuerwehr. Diese hätte etwa 15 Mann stellen sollen für den Katastrophenschutzzug des Landkreises, der von Neusäß betreut wird. „Diejenigen in diesem Zug, die für ihren Einsatz vom Wehrdienst befreit sind, hätten ohnehin kommen müssen. Aber alle anderen Helfer mussten mit ihren Arbeitgebern verhandeln.“ Andere hätten gar ihren Urlaub abgesagt oder verschoben. Conradi sieht die Gefahr, dass sich künftig weniger Feuerwehrleute spontan zu solchen Einsätzen bereit erklären, wenn ihr Engagement so wenig gewürdigt wird.

Die Tanks der drei Fahrzeuge der Königsbrunner Feuerwehr waren voll, der Anhänger mit Feldbetten und anderen Ausrüstungsgegenständen beladen, das Essen für die Helfer vorbereitet: 20 Mann wollten helfen, durften aber wie ihre Kollegen in Neusäß nicht. Am späten Dienstagabend wurde der geplante Einsatz im Hochwassergebiet bei Dessau wieder abgeblasen - zum zweiten Mal. „Das ist ärgerlich - für jeden“, so der Kommandant der Königsbrunner Feuerwehr, Manfred König.

Alles war am Dienstagabend in Königsbrunn für den Einsatz in Dessau vorbereitet, doch dann kam der Anruf aus dem Landratsamt Augsburg: Alles abgeblasen. „Wir hätten sofort abrücken können“, so Kommandant Manfred König. Aber: Zum zweiten Mal musste er seinen engagierten Helfern erklären, dass ihr Einsatz im Hochwassergebiet nicht mehr gewünscht ist. Bereits am Samstag hatte er innerhalb einer Stunde - nach dem Anruf aus dem Landratsamt - 20 Mann organisiert, die im Hochwassergebiet helfen wollten.

Man habe auch schon eine Ablösung für die kommenden Tage zusammengestellt. „Wenn dann alles abgeblasen wird, ist das absolut ärgerlich“, so Manfred König weiter. Schließlich gehe jeder Mann der Freiwilligen Feuerwehr auch in die Arbeit und müsse den Arbeitgeber zuerst fragen, ob er in den Einsatz fahren dürfe. Und auch mit der Familie müsse man doch alles abklären.

Wie gestern berichtet, mussten zahlreiche bayerische Feuerwehren vor Ort ihre Einsätze bei der Bewältigung der Flutkatastrophe abbrechen, weil sie laut den Innenministerien von Sachsen-Anhalt und Sachsen „nicht mehr benötigt“ würden. Allerdings waren laut Georg Anzenhofer bislang keine Freiwilligen Wehren aus dem Landkreis im Hochwassergebiet im Einsatz. Er vermutet durchaus Fehler in der zentralen Organisation. „Es lag wohl an mehreren Stellen.“ Seiner Ansicht nach gibt es noch einiges, was nach Beendigung der Hilfseinsätze aufgearbeitet werden muss.

Zurück von ihrem Hilfseinsatz im sächsischen Pirna kamen gestern am späten Abend auch die Helfer vom BRK-Kreisverband Augsburg-Land. Sie hatten dort ein Zeltlager anlegen sollen, das dann nicht benötigt wurde. Dass sie wider Willen heimfahren mussten, wollte BRK Geschäftsführer Günther Geiger so nicht gelten lassen: „Sie hatten ihren Auftrag erfüllt, damit war der Einsatz vorbei.“

Feuerwehr ist abrufbereit 

FEUERWEHR / Die Königsbrunner Wehr ist gerüstet für den Einsatz im überschwemmten Osten.

 Königsbrunn: Am Samstag Mittag erhielt die Königsbrunner Feuerwehr vom Landratsamt die Anfrage, ob sie für die Flutkatastrophe im Raum Dessau einsatzbereit wäre. Kommandant Manfred König sagte sofort zu. Sein gut eingespieltes Team arbeitete auf vollen Touren. Bereits am Nachmittag wurde das Löschfahrzeug LS16 T5, ein Rüstwagen mit Fasspumpen sowie ein Mehrzweckfahrzeug für den Funkverkehr beladen. Auch 20 Feuerwehrkameraden bereiteten sich auf einen sofortigen Einsatz vor. Sieben davon sind im öffentlichen Dienst tätig, also auch werktags problemlos einsatzfähig.

Die Königsbrunner Firma Real sponserte Verpflegung für zwei Tage. Die Königsbrunner Bereitschaftspolizei stellte Feldbetten zur Verfügung. Die Königsbrunner Wehr ist also bestens auf den Einsatz vorbereitet "Wir können abends in einer Stunde starten; tags über in drei Stunden ",erklärte Kommandant König gegenüber der StadtZeitung. (Hel) 21.08.2002

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