Königsbrunner Wehr blickt auf arbeitsreichstes Jahr

In 2004 gab es 228 Einsätze ­ Ein Viertel davon wegen Hagel

Königsbrunn (hsd).

Die Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn hat im vergangenen Jahr so viele Einsätze zu verzeichnen gehabt wie noch nie in ihrer über 130-jährigen Geschichte. 228 Mal mussten die Wehrmänner in 2004 ausrücken, teilte Kommandant Manfred König bei der Jahreshauptversammlung mit. Dabei kamen insgesamt 3275 Einsatz-Mannstunden zusammen.

Bei weitem der größte Teil ­ fast drei Viertel ­ aller Einsätze lag im Bereich der technischen Hilfeleistungen, stellte König fest. Und dabei lag wiederum der Schwerpunkt auf dem 8. Juli, als ein Unwetter mit heftigem Hagel, Sturm und Regen von Westen über Königsbrunn hinweg zog und zahlreiche Schäden hinterließ. "Allein an diesem Donnerstagabend zählten wir 46 Einsätze", so König.

Während sich im Jahr 2004 die Zahl der Brände (37), der Fehlalarmierungen (31) und der Sicherheitswachen (5) gegenüber den zwei Jahren zuvor fast nicht verändert hat, so ist nicht zuletzt der Hagel-Donnerstag und die 29 Insekten-Einsätze Grund dafür, dass die Einsatzzahlen so stark anstiegen.

Enormer Einsatz

Neben den vielen Einsätzen leisteten die 128 aktiven Feuerwehrleute 2004 bei 88 Übungen knapp 4800 Mannstunden, was einen Durchschnitt von 38 Übungsstunden pro Feuerwehrmann ergibt. Bei 78 Arbeitseinsätzen wurde 3270 Mannstunden geleistet. Für diesen enormen Einsatz, auch unter Risiko für Gesundheit oder gar das Leben, sprach Bürgermeister Ludwig Fröhlich der Wehr seinen besonderen Dank aus. WWW, ‹zz-ressort› Siehe Seite 3

Zwischen Hagelsturm und Puzzletag

Die Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn blickt auf ein arbeitsreiches Jahr 2004 zurück

Von unserem Redaktionsmitglied Hermann Schmid, Königsbrunn

Im zurückliegenden Jahr hat die Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn, so wurde bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Krone deutlich, ein breites Spektrum an Aufgaben gemeistert. Es reichte von der Brandbekämpfung über zahlreiche technische Hilfeleistungen ­ viele davon beim Hagelsturm am 8. Juli ­ bis zu knapp 80 Arbeitseinsätzen, von Übungen und Fortbildungen bis zur Vorbereitung des 1. Deutschen Puzzletags in der Brunnenstadt, bei dem Jungfeuerwehrleute in 818 Mannstunden ein gigantisches Puzzle mit 18 263 Teilen zusammenfügten.

Kommandant Manfred König ließ die wichtigsten Einsätze aus 2004 noch einmal Revue passieren: Der Großbrand eines landwirtschaftlichen Gebäudes beim Kameraden Günter Leimer am 30. Januar 2004; ein Küchenbrand in der Uhlandstraße am 11. Mai. bei dem ein Rauchmelder dem Bewohner das Leben rettete; die Brandstiftung dreier Jugendlicher im leer stehenden Gebäude von Möbel Streit am 11. Juni; drei Einsätze durch das Freiwerden gefährlicher Stoffe; der Brand in einer verwahrlosten Wohnung in der Uhlandstraße, bei dem die Wehrmänner eine Bewohnerin mit starken Rauchvergiftungen retten konnten; eine starke Verqualmung im AWO-Altenheim; ausgelöst durch einen falsch eingeschalteten Elektroherd ­ König: "Das Gebäck war danach nicht mehr für den Verzehr geeignet" ­ sowie ein Silobrand bei einer Firma am 15. Dezember, bei dem 29 Mann eingesetzt waren. Manfred König sprach auch die Einsätze an, die durch einen unbekannten Brandstifter ausgelöst wurden, der meist an Wochenenden Mülltonnen und Müllcontainer anzündete.

Die Wehr beteiligte sich im vergangenen Jahr an mehreren großen Übungen, so bei der Tierkörperverwertungsanlage in Mering ­ es war die erste Übung über die Landkreisgrenze hinweg ­ und bei der Katastrophenübung mit einem angenommenen Flugzeugabsturz im Gutshof Lechfeld.

"Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren verlassen bei einem Alarm ihre Familie am Frühstückstisch, ihren Arbeitsplatz oder beim Einkaufen ihre Ehefrau, um schnellstmöglich auszurücken", hielt Kommandant König fest, "sie verzichten auf Freizeit, um in der Feuerwehr Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen. Sie riskieren ihre Gesundheit, sie sind rund um die Uhr bereit zu helfen ­ und das ohne finanzielle Entschädigung!" König dankte deshalb in erster Linie allen Feuerwehrkameraden "für ihre Bereitschaft zur tätigen Hilfe für die Bürger unserer Stadt." Sein Dank galt auch der Stadt Königsbrunn, der Polizeiinspektion Bobingen ­ nicht nur, weil die Wehr das alljährliche Fußballspiel nach langer Zeit wieder mal gewonnen hatte ­ und den Verantwortlichen im Landratsamt.

Stellvertretender Kommandant Johann Schabert hatte den Einsatz der Wehrmänner außerhalb der Einsätze aufgeführt: Bei 88 Gruppen- und drei Maschinistenübungen wurden knapp 4800 Stunden geleistet, im Schnitt 38 pro Mann. Das Ziel "Pro Einsatzstunde zwei Übungsstunden" konnte aber nicht erreicht werden, so Schabert, "wir haben einfach zu viele Einsätze." Den Trend, die Feuerwehr als "Mädchen für alles" einzusetzen, spiegeln auch 78 Arbeitseinsätze (3270 Mannstunden) wieder.

Ausbildungsleiter Theo Schwab listete detailliert diese Aktivitäten auf. Unter anderem hatten 38 Jungwehrmänner das Jugendleistungsabzeichen abgelegt. Er zeigte sich erfreut über die Anschaffung eines Laptops, den man in Verbindung mit Beamer bei der Ausbildung wirkungsvoll einsetzen könne. "Jetzt fehlt uns zur großen Ausbildungs-Glückseligkeit nur noch der neue Übungsraum", sagte Schwab in Richtung der anwesenden drei Bürgermeister. Im vorhandenen hat nämlich kein ganzer Zug Platz.

Feuerwehr-Vorstand Albert Heß hatte die gesellige Seite des zurückliegenden Jahres Revue passieren lassen wie Fahrradausflug, Grillfest und den zweitägigen Feuerwehrausflug nach Dresden. Kassier Herbert Wüst vermeldete ein Plus in der Kasse von 3298 Euro, auch erzielt durch "Einsätze" beim Königsbrunner Herbst und dem Niklausmarkt. Nur fünf aktive Wehrmänner, so klagte er, hätten sich allerdings am Feuerwehrausflug beteiligt.

Bürgermeister Ludwig Fröhlich lobte besonders die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrmänner und erklärte, er werde prüfen lassen, ob die Feuerwehr tatsächlich seit neuestem für die Sportstunden den Jugend Turnhallenmiete zahlen müsse.

Feuerwehr kann mit Nachwuchs rechnen

Im Rahmen eines Informationsnachmittages bot die Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn allen 14- bis 17-jährigen Königsbrunner Jungbürgern die Möglichkeit, in den aktiven Feuerwehrdienst hineinzuschnuppern. Neben einem Rundgang durch das gesamte Feuerwehrgerätehaus informierte auch ein interessanter Film über die vielseitigen Einsatzgebiete. Zudem standen alle Jugendausbilder der Feuerwehr Rede und Antwort, so dass ein guter Eindruck über die umfangreiche Jugendarbeit der Wehr geboten wurde.

Die anwesenden Jugendlichen zeigten sich beeindruckt. Sehr zur Freude von Jugendwart Frank Schöning erklärten sich spontan neun Jugendliche zum Beitritt in die aktive Wehr bereit.

Unser Bild zeigt Johannes Wüst, Julian Schmidbaur, Anton Jurjec, Julian Kiefer, Davud Akca, Rene Lechner, Christian Blank, Matthias Maier und Daniel Hunsänger mit Jugendwart Frank Schöning (links) vor der Drehleiter. Laut Kommandant Manfred König stießen zudem noch Patrik Konrad und Jonas Silnici zur neuen Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Königsbrunn.

 

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